[Rezension] “Fluch des Pharaonengrabes”, Elizabeth Peters (Amelia Peabody 2)

“Wir haben keinerlei formelle Vorstellung notwendig, Professor”, dröhnte Madame Berengaria so laut, daß alle Umstehenden, die sich nicht schon bei ihrem Eintreten umgewandt hatten, aufmerksam wurden.
“Oder darf ich Sie Set-nakhte nennen?”
“Ich sehe nicht ein, warum, zum Teufel, Sie das sollten”, gab Emerson erstaunt zurück.
“Sie erinnern sich nicht… Aber ich hoffte… Ich war einmal Ta-weseret, die Königin, und sie waren mein Liebhaber. Gemeinsam haben wir im alten Waset regiert. Das war, nachdem wir meinen gräßlichen Ehemann, Ramses, ermordet hatten.”
Diese Ungenauigkeit lenkte Emerson ab. “Aber Ramses war nicht der Ehemann von Ta-weseret, und es ist überhaupt nicht erwiesen, dass Set-nakhte…”
“Ermordet!”, schrie Madame Berengaria auf, und Emerson fuhr zurück.
“Ermordet! Wir haben für diese Sünde in einem früheren Leben gebüsst, doch die Macht unserer Leidenschaft… Ah, Set-Nakhte, wie konntest du das vergessen?”

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[Rezension] “Im Schatten des Todes”, Elizabeth Peters (Amelia Peabody)

 

Eckdaten:
Titel: Im Schatten des Todes (Orig.: Crocodile on the Sandbank)
Reihe: Band 1 von bisher 19 (Engl. Reihentitel: Amelia Peabody Murder Mystery)
Autor: Elizabeth Peters
Seiten: ca. 202 Seiten
Verlag: Heyne; Econ & List; Ullstein TB
Veröffentlichungen: Erstveröffentlichung 1976 bei Heyne; letzte Veröffentlichung im Doppelband bei Ullstein
Preis: 9,99 € (Engl. Print); 2,88 € (engl. Kindle-Edition). Auf deutsch nur noch antiquarisch erhältlich – aktuell um 11 €.
Das Buch ist auch i.d.R. auf Buchtausch-Seiten zu bekommen.

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[Rezension] “Fortunas Rache” ~ Maria W. Peter

Alle einschlägigen Philosophen sind sich in dem Punkt einig, dass das Fatum, unser aller Schicksal, manche Menschen dazu auserkoren hat, meist auf der Sonnenseite des Lebens zu stehen, während andere dazu bestimmt sind, immer wieder in wichtigen Dingen zu versagen.
Natürlich kann ich nicht nachweisen, ob diese Aussage tatsächlich auf alle Menschen zutrifft. Wenn ich mich jedoch selbst betrachte, könnte da durchaus was dran sein. Mein Fatum zumindest scheint sich gerade wieder bemüßigt zu fühlen, mich daran zu erinnern, unter welchem Stern ich gemeinhin stehe und dass ich meist selbst ganz kräftig an diesem zweifelhaften Glück geschmiedet habe. Und bisweilen trifft mich diese Erkenntnis wie ein Blitz aus heiterem Himmel.
“Dacht ich’s mir doch!”
Bevor ich die Bedeutung dieser Worte verstehen konnte, packte mich eine Hand am Arm und riß mich herum.

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[Rezension] “Bronzeschatten”, von Lindsey Davis

Wenn die Guten gesiegt haben, die Bösen ihre gerechte Strafe erhalten haben und das Römische Reich vor Chaos und Anarchie bewahrt wurde, gehen Senatoren und Prätorianer befriedigt nach Hause… Doch dann beginnt die eigentliche Arbeit hinter den Kulissen.
Zum Beispiel die Entsorgung der Überreste: eine Leiche, die es gar nicht geben darf, weil Verschwörungen gegen den Kaiser natürlich nicht vorkommen.
Seit Tagen wartet sie in Roms Augusthitze auf eine endgültige Ruhestätte – also eine sehr dreckige Angelegenheit.
Das ruft geradezu nach einem diskreten Mann, der zuverlässig und verschwiegen ist, und so dringend Geld braucht, dass er jeden Job annimmt. Eine verkrachte Existenz – jemand wie Marcus Didius Falco.
Und die Entsorgung der Leiche ist erst der Anfang; zwar fiel der Vorhang hinter der abgewendeten Verschwörung, doch hinter den Kulissen geht das Spiel erst richtig los. Weiterlesen

[Rezension] “Die Totenleserin”, Ariana Franklin

Cambridge, 1170: Grausame Kindermorde erschüttern das Land.
Auch King Henry widmet der Angelegenheit größte Aufmerksamkeit, denn die aufgebrachten Bürger der Stadt haben die Juden als Übeltäter ausgemacht. Aus Angst vor dem Lynchmob flüchteten sie sich in Cambridges Burg, was für den König große finanzielle Einbussen bedeutet. Denn die Toleranz der englischen Krone hat vor allem einen handfesten wirtschaftlichen Grund. Das Geld, dass die Bürger den Juden schulden, schulden sie auf Umwegen so dem König. Henry ist also keinesfalls erfreut, dass seine Geldkuh sich ängstlich in der Burg versteckt, auf Staatskosten verköstigt wird und währenddessen die Schuldnerverzeichnisse vom Mob entzündet werden.
Also lässt er von seinem Cousin aus Italien einen Geheimagenten und einen Arzt der Toten kommen. Der fähigste Totenleser in Salerno ist Adela, die von zwei jüdischen Ärzten aufgezogen wurde – eine Frau, die in England ihre Profession verbergen muss. Weiterlesen

[Rezension] “Silberschweine” von Lindsey Davis

 

Falco (korrekt bezeichnet: Marcus Didius Falco) lebt um 70 n. Chr. in Rom, der einzigen Stadt, die lebenswert ist. Der Mittdreißiger wurde als Invalide aus dem Militär entlassen, hat sich jedoch nach der Rückkehr ins zivile Leben, äh, erstaunlich schnell erholt :-) und arbeitet nun als Ermittler. Als überzeugter Republikaner kann er mit dem neuen Kaiser, einem Emporkömmling namens Vespasian, nicht viel anfangen. Dabei stünde es ihm gut an, sich näher mit dem Palatin zu befassen und Weiterlesen